Spulen (Textil) – Alles Wissenswerte

Textil- und Bekleidungsindustrie 

Bunter Nähgarn nach dem SpulenIn Deutschland ist die Textil- sowie Bekleidungsindustrie eine essentielle Konsumbranche. Die einzelnen Prozessstufen bei der Textilherstellung lassen sich in 4 Teilbereiche unterteilen. Diese sind die Textilherstellung, der Rohstoffanbau, die Produktion der Rohfasern und die Textilveredelung. Die Branche erreichte 2012 in Deutschland ein Umsatzvolumen von 19 Milliarden Euro und beschäftigte zu diesem Zeitpunkt 120.000 Mitarbeiter. Die hergestellten Textilien werden in der Autoproduktion, im Baugewerbe, in der Medizin und im Landschaftsbau verwendet.

Herstellung von Garnen

Garne werden durch das Spinnen von Rohfasern hergestellt. Die verwendeten Rohfasern sind Baumwolle, Wolle oder Polyester. Ein wesentlicher Arbeitsschritt im gesamten Herstellungsverfahren ist das Spulen. Das Spulen beschreibt einen Arbeitsgang, bei dem die Garne von einem Träger auf einen anderen Träger gewickelt werden.

Arbeitsgang Spulen

Die am häufigsten verwendete Methode des Spulens ist die Kreuzwicklung. Dabei wird das Garn mittels kreuzförmiger Wicklung auf konische Hülsen gespult. Die Hülse wird mittels Reibung einer Wickelwalze gedreht. Die Garnwindungen werden unter einem sich änderndem Winkel auf die Hülse gelegt. Dies ermöglicht es, dass die folgenden Schichten die gelegten Fäden überqueren und eine Kreuzspule entsteht. Für einen besseren Zusammenhalt der fertigen Spule, werden Seide und Filamente mit einer Präzisionsspule gespult. Das Verhältnis zwischen der Geschwindigkeit des Fadenführers und der Geschwindigkeit der Wickelwalze, erhalten Sie mit steigendem Spulendurchmesser. Zusätzlich verkleinert sich der Wickelungswinkel, was zu einer festeren Spule führt.

Automatisierung des Spulens

Heutzutage erhalten Sie Spulmaschinen in den verschiedensten Varianten. Gefärbte Effektgarne werden heute mit Hilfe einfacher Vorrichtungen gespult. Dabei ist der manuelle Anteil der Arbeit noch sehr hoch. Bei Massenproduktionen sind Sie mit vollautomatisierten Spulmaschinen besser bedient. Bei der Ringspinnmaschine kontrollieren Sie lediglich nur noch die Maschine und transportieren die fertigen Kreuzspulen zur nächsten Arbeitsstation für die Weiterverarbeitung.

Spulmaschine – Autoconer

Die in der Industrie verwendeten Maschinen sind unteranderem die Zwirnmaschine, Weberschiffchen, Kettschärmaschine und Garnfärber. Die genannten Maschinen arbeiten jeweils mit anderen Spulen. Hier ist es notwendig, dass Sie von einem Spulentyp auf einen anderen umspulen. Mit dem Autoconer können Sie Ungleichmäßigkeiten des Garnes, die sich in Form von Verdickungen oder zu dünnen Stellen äußern, herausschneiden lassen. Sie haben mit dem Autoconer auch die Möglichkeit, die Fadenenden anzusaugen und diese automatisch zu einem Standardknoten binden zu lassen. Sie erhalten dadurch weniger Fadenbrüche und der Arbeitsaufwand für die Stöpferinnen wird minimiert.

Die Präzisionswicklung

Die Kennzeichen einer Präzisionswicklung sind die, dass Ihnen trotz eines wachsenden Spulendurchmessers eine konstante Windungszahl erhalten bleibt. Der Steigungswinkel nimmt mit zunehmenden Spulendurchmesser allerdings ab. Bei Spulen mit wilder Wicklung erhalten Sie einen stabileren Aufbau als bei Präzisionswicklungen. Die Präzisionswicklung hat gegenüber der wilden Wicklung weiterhin den Vorteil, dass hier die Fadenlagen im Bereich der Bildzonen beim Ablauf der Garne nicht abrutschen. Sie können die unerwünschte Bildwicklung zudem durch Schlupf zwischen dem Umfangsantrieb und der Spule reduzieren.